Winzerverein Hagnau e.G.

  • Daten&Fakten

Der Hagnauer Weinbau
seine Geschichte und die
Gründung der ersten Badischen
Winzergenossenschaft in Hagnau

Mit der Christianisierung der Alemannen durch die Franken begann im 7. Jahrhundert die Geschichte des Weinbaus am Bodensee. Die Klöster am Bodensee bildeten vor allem durch ihren großen Bedarf an Messwein die Zentren des Weinbaus im frühen Mittelalter.

Begehrt war das Dorf Hagnau schon damals aufgrund seiner zentralen Lage am Bodensee und vor allem aufgrund der fruchtbaren Böden. So wundert es nicht, dass Hagnau immer wieder in andere Besitzverhältnisse geriet. Im Jahre 1010 erstmals erwähnt, war das Dorf zunächst im Besitz der Schenken von Ittendorf, dann wechselte das Dorf über zum Kloster Weingarten um kurz darauf für über 200 Jahre in den Besitz der freien Reichsstadt Überlingen zu kommen.

Von 1693 an gehörte Hagnau wieder rund 110 Jahre zur Benediktiner-Abtei Weingarten, die den bedeutendsten Bau Hagnaus, die Weingartensche Hofmeisterei errichtete, die heute den Hagnauer Winzerverein, das Rathaus und die Vereinsräume unter ihrem Dach vereinigt. Auch heute noch sind in Hagnau sechs ehemalige Amtshäuser von Klöstern der Bodenseegegend zu finden, die durch Eintreibung des Zehnten ihre Keller mit gutem Hagnauer Wein füllten.

So gut es den Hagnauer Winzern unter den Klosterherren ging, von denen sie als Lohn für ihre Arbeit die Hälfte des Weinertrages bekamen, so schwierig wurde die Zeit nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Die hohen Kosten der Rebanlagen mussten nun von den Winzern selbst getragen werden. Das Herbstgeld wurde so schnell durch die Pacht an die Domänenverwaltung und die Zinsen für die im Laufe des Jahres angefallenen Schulden aufgezehrt. Die Weinhändler nutzten die Notsituation und Uneinigkeit der Hagnauer Winzer weidlich aus, indem sie immer neue Tiefstpreise für den Wein erpressten.

Der Schriftsteller und Bürgerrechtler Dr. Heinrich Hansjakob, seit 1869 Pfarrer in Hagnau, erkannte die wirtschaftliche Notlage der Hagnauer und versuchte ihr durch einen Zusammenschluss der Winzer zu begegnen. Im Oktober des Jahres 1881, als der Weinpreis bis auf 15 Pfennig je Liter sank und sich die Winzer gezwungen sahen, zu diesem Spottpreis zu verkaufen, rief Heinrich Hansjakob die Hagnauer Bürger zur Gründung eines Winzervereins auf. So entstand am 20. Oktober 1881 die erste badische Winzergenossenschaft in Hagnau am Bodensee. Das Werk des großen Pfarrers Dr. Heinrich Hansjakob hat gute Früchte getragen.

Einige Daten und Fakten

  • Der Winzerverein Hagnau e.G. wurde am 20. Oktober 1881 von Pfarrer Dr. Heinrich Hansjakob gegründet.
  • Die 166 Hektar große Rebfläche wird heute von rund 52 Winzerfamilien bewirtschaftet.
  • Zehn Prozent der Rebfläche werden als Selektionslagen bewirtschaftet. Der Ertrag dieser älteren Rebbestände ist auf 45hl/ha reduziert. Mit wiederum daraus ausgewählten Trauben werden die Premiumweine gekeltert.
  • Rebsortenstruktur: 40 Prozent Müller-Thurgau, 40 Prozent Blauer Spätburgunder, 9 Prozent Ruländer/Grauburgunder, 3 Prozent Weißburgunder, 2 Prozent Bacchus, 2 Prozent Kerner, je 1 Prozent Sauvignon Blanc, Auxerrois, die pilzresistente Neuzüchtung Regent sowie verschiedene Rotweinrebsorten im Versuchsanbau.
  • Jahresproduktion: 1,3 Mio. Flaschen Wein.
  • Lagen: Großlage Sonnenufer, Einzellage Hagnauer Burgstall.
  • Boden: Eiszeitlicher Moräneschotter mit Lehm, Sand u. Kies auf Süßwassermolasse.
  • Bewirtschaftung: nachhaltiger kontrollierter umweltschonender Weinbau.
  • Besonderheiten: Hagnauer Obst- und Weinwanderweg, zahlreiche Veranstaltungen rund um den Wein, besondere Angebote für Gruppen.
  • Die Sonnenscheindauer auf den Hagnauer Rebhängen wird von Mai bis Oktober mit rund 1250 Stunden bemessen. (Messung 2007-2010).
  • Niederschlagsmenge durchschnittlich 850 mm, Temperatur im Jahresmittel 8-9°
  • Die Rebhänge in Hagnau liegen zwischen 400 m über NN bis 450 m über NN.