Winzerverein Hagnau e.G.

  • Hagnauer Wein

Hagnauer Wein ist vom Bodensee verwöhnt

An den Rebhängen des Winzervereins Hagnau reifen außergewöhnliche Weine. Die Rebstöcke der ältesten Winzergenossenschaft Badens führen ein beneidenswertes Leben: Sie wachsen und gedeihen direkt an den Sonnenhängen des schützenden Bodensees mit Blick über das Wasser auf das Schweizer Alpenvorland und die Felsformationen der Bergriesen.

Charakteristisch für die »Seeweine« sind ihre Feingliedrigkeit und lebendige Art. Der Müller-Thurgau zeigt sich nirgendwo so interessant wie am Bodensee. Er probiert sich rassig mit zartduftiger Muskatnote und feiner Frucht.

Der Blaue Spätburgunder als Rotwein ausgebaut präsentiert sich rubinfarben, samtig-weich mit gutem Gerbstoff und kräftiger Art.

Eine traditionelle Spezialität, herzhaft-elegant, ist der Blaue Spätburgunder als Weißherbst gekeltert. Der Bacchus zeigt sich duftig fruchtbetont, der Kerner stoffig mit markanter Säure.

Der Ruländer, als Grauburgunder trocken ausgebaut, ist von kräftiger Art und zeigt sich, wie der Weißburgunder, ausdrucksvoll elegant. Edle Winzersekte, als reine Sorten- und Jahrgangssekte ausgebaut in Flaschengärung und fruchtige Seccos bereichern das Sortiment.

Der Winzerverein Hagnau wurde am 20. Oktober 1881 gegründet und ist heute mit rund 52 Winzerfamilien und einer 166 Hektar großen Rebfläche der größte genossenschaftliche Weinbaubetrieb am Bodensee. Dr. Heinrich Hansjakob, Volksschriftsteller und Pfarrer, hatte die Genossenschaft als Bollwerk gegen die Willkür der Weinhändler initiiert. Bildnisse und Erinnerungen an den tatkräftigen Mann finden sich überall im Ort.

 


Handverlesene Qualität und umweltschonender Anbau

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Die Hagnauer Winzer sind bis heute eine starke Gemeinschaft, die eine lange Rebbautradition bewahren und höchste Ansprüche an Qualität, Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Rebflächen setzen.
Seit 1993 betreiben die Hagnauer Winzer kontrolliert umweltschonenden Weinbau. Acht Hektar der Rebfläche werden nach den Richtlinien des Biologischen Weinbaus bewirtschaftet.

Großen Wert legen die Winzer auf die Wahl der optimalen Rebstandorte, auf eine gute Bodenpflege, sorgsame Laubarbeiten sowie die Weinlese, die in mehreren Lesedurchgängen ausschließlich von Hand erfolgt. Diese arbeitsintensive Bewirtschaftung danken Boden und Reben mit einer besseren Durchwurzelung, mehr Wasserhaltevermögen, einer optimalen Nährstoffaufnahme und schlussendlich mit einem qualitativ hochwertigen Wein.
Die manuelle Selektion der besten Reben vom ersten Trieb bis zur fertigen Traube ist Aufgabe der Winzerfamilien, in denen das Wissen um den Wein von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die angebauten Rebsorten sind zum Großteil Müller-Thurgau, Blauer Spätburgunder und Grauburgunder. Pilzresistente Rebsorten, wie die Rotweinrebe Regent, gehören zum Versuchsanbau. Seit kurzem hat auch die international bekannte Rebsorte Sauvignon Blanc einen Platz mit Seeblick in Hagnau.

 


Terroir und Klima einmalig in Deutschland

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Eiszeitliche Verwitterungsböden, einmalig in Deutschland, verleihen den Weinen eine filigrane Eleganz und Fruchtigkeit. Auf einer Unterlage von weichem Sandsteinfels, der so genannten Süßwassermolasse, liegt eine mehr oder weniger dicke Schicht Moränenschotter, der von eiszeitlichen Gletschern stammt.

Der hohe Kieselanteil speichert die Wärme. Die Vielfalt an Sand, Lehm und Kies sowie die gute Bodenmineralität sorgt für ideale Wachstumsbedingungen und gute Nährstoffversorgung. Die Wassermasse des größten deutschen Binnensees wirkt wie ein Wärmespeicher, der die Temperaturen ausgleicht und für fast mediterranes Klima sorgt.

Ein Teil der Sonnenenergie wird von der Wasseroberfläche in die nahen Rebberge gespiegelt und der Boden zusätzlich aufgeheizt. Auf diese Weise gedeihen die empfindlichen, wärme liebenden Reben in einer Höhenlage von über 400 m über dem Meeresspiegel.

Die warmen Föhnwinde, die im Laufe des Vegetationsjahres immer wieder von den Alpen hereinbrechen, verwöhnen die Vegetation. Die Sonnenscheindauer erreicht sogar für das sonnenverwöhnte Baden Spitzenwerte. Dieses einzigartige Kleinklima bringt Weine hervor, die gerne auch als »Voralpenweine« bezeichnet werden.

 


Der Hagnauer Weinbau
seine Geschichte und die
Gründung der ersten Badischen
Winzergenossenschaft in Hagnau

Mit der Christianisierung der Alemannen durch die Franken begann im 7. Jahrhundert die Geschichte des Weinbaus am Bodensee. Die Klöster am Bodensee bildeten vor allem durch ihren großen Bedarf an Messwein die Zentren des Weinbaus im frühen Mittelalter.

Begehrt war das Dorf Hagnau schon damals aufgrund seiner zentralen Lage am Bodensee und vor allem aufgrund der fruchtbaren Böden. So wundert es nicht, dass Hagnau immer wieder in andere Besitzverhältnisse geriet. Im Jahre 1010 erstmals erwähnt, war das Dorf zunächst im Besitz der Schenken von Ittendorf, dann wechselte das Dorf über zum Kloster Weingarten um kurz darauf für über 200 Jahre in den Besitz der freien Reichsstadt Überlingen zu kommen.

Von 1693 an gehörte Hagnau wieder rund 110 Jahre zur Benediktiner-Abtei Weingarten, die den bedeutendsten Bau Hagnaus, die Weingartensche Hofmeisterei errichtete, die heute den Hagnauer Winzerverein, das Rathaus und die Vereinsräume unter ihrem Dach vereinigt. Auch heute noch sind in Hagnau sechs ehemalige Amtshäuser von Klöstern der Bodenseegegend zu finden, die durch Eintreibung des Zehnten ihre Keller mit gutem Hagnauer Wein füllten.

So gut es den Hagnauer Winzern unter den Klosterherren ging, von denen sie als Lohn für ihre Arbeit die Hälfte des Weinertrages bekamen, so schwierig wurde die Zeit nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Die hohen Kosten der Rebanlagen mussten nun von den Winzern selbst getragen werden. Das Herbstgeld wurde so schnell durch die Pacht an die Domänenverwaltung und die Zinsen für die im Laufe des Jahres angefallenen Schulden aufgezehrt. Die Weinhändler nutzten die Notsituation und Uneinigkeit der Hagnauer Winzer weidlich aus, indem sie immer neue Tiefstpreise für den Wein erpressten.

Der Schriftsteller und Bürgerrechtler Dr. Heinrich Hansjakob, seit 1869 Pfarrer in Hagnau, erkannte die wirtschaftliche Notlage der Hagnauer und versuchte ihr durch einen Zusammenschluss der Winzer zu begegnen. Im Oktober des Jahres 1881, als der Weinpreis bis auf 15 Pfennig je Liter sank und sich die Winzer gezwungen sahen, zu diesem Spottpreis zu verkaufen, rief Heinrich Hansjakob die Hagnauer Bürger zur Gründung eines Winzervereins auf. So entstand am 20. Oktober 1881 die erste badische Winzergenossenschaft in Hagnau am Bodensee. Das Werk des großen Pfarrers Dr. Heinrich Hansjakob hat gute Früchte getragen.

Einige Daten und Fakten

  • Der Winzerverein Hagnau e.G. wurde am 20. Oktober 1881 von Pfarrer Dr. Heinrich Hansjakob gegründet.
  • Die 166 Hektar große Rebfläche wird heute von rund 52 Winzerfamilien bewirtschaftet.
  • Zehn Prozent der Rebfläche werden als Selektionslagen bewirtschaftet. Der Ertrag dieser älteren Rebbestände ist auf 45hl/ha reduziert. Mit wiederum daraus ausgewählten Trauben werden die Premiumweine gekeltert.
  • Rebsortenstruktur: 40 Prozent Müller-Thurgau, 40 Prozent Blauer Spätburgunder, 9 Prozent Ruländer/Grauburgunder, 3 Prozent Weißburgunder, 2 Prozent Bacchus, 2 Prozent Kerner, je 1 Prozent Sauvignon Blanc, Auxerrois, die pilzresistente Neuzüchtung Regent sowie verschiedene Rotweinrebsorten im Versuchsanbau.
  • Jahresproduktion: 1,3 Mio. Flaschen Wein.
  • Lagen: Großlage Sonnenufer, Einzellage Hagnauer Burgstall.
  • Boden: Eiszeitlicher Moräneschotter mit Lehm, Sand u. Kies auf Süßwassermolasse.
  • Bewirtschaftung: nachhaltiger kontrollierter umweltschonender Weinbau.
  • Besonderheiten: Hagnauer Obst- und Weinwanderweg, zahlreiche Veranstaltungen rund um den Wein, besondere Angebote für Gruppen.
  • Die Sonnenscheindauer auf den Hagnauer Rebhängen wird von Mai bis Oktober mit rund 1250 Stunden bemessen. (Messung 2007-2010).
  • Niederschlagsmenge durchschnittlich 850 mm, Temperatur im Jahresmittel 8-9°
  • Die Rebhänge in Hagnau liegen zwischen 400 m über NN bis 450 m über NN.

 


Klassische Rebsorten und
Weinarten des
Winzerverein Hagnau

Bodenseewein Müller Thurgau

Hagnauer Grauburgunder

Haugnauer Weißburgunder

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Müller-Thurgau

Eine Kreuzung aus Riesling x Madeleine Royal, von Prof. Müller aus dem schweizerischen Thurgau vor 131 Jahren gezüchtet. Der typische Weißwein vom Bodensee, so fein und facettenreich wie die Landschaft. Vom Charakter zartfruchtig, filigran und würzig mit weicher, bekömmlicher Fruchtsäure. Für den unbeschwerten Genuss und die leichte Bodensee-Küche wie geschaffen.


Bacchus

(Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau. Der Bacchus ist unsere Bukettrebsorte, mit ausgeprägtem Duft und intensiver Fruchtnote, die an Holunderblüten und Cassis erinnert. Der Körper zeigt sich schlank und filigran.


Kerner

(Trollinger x Riesling) Der Kerner hat mit seiner markanten, fruchtigen Art und der kernigausgeprägten Fruchtsäurestruktur deutlichen Rieslingcharakter. Ein lebendiger, bukettreicher Wein von stoffig-rassiger Art.


Grauburgunder

Die Ruländerrebe (Pinot Gris, Pinot Grigio) ist eine alte, traditionelle Rebsorte unseres Bodenseegebietes. Als Grauburgunder bezeichnen wir den schlank, rassig und trocken ausgebauten Weintyp. Er zeigt sich kraftvoll-elegant mit gut strukturierter Säure und fruchtig mineralischer Art. Eine lange Hefekontaktzeit vertieft Schmelz und Frucht, die Premiumweine reifen auch im kleinen 500 Lt. Holzfass


Ruländer

(Pinot Gris, Pinot Grigio). Für den Ruländertyp lesen wir die Trauben reif, gerne mit Edelbotrytisanteil. Die Weine zeigen sich vollmundig, mit reifen Honignoten und feiner Würze. Als Ruländer werden sie mit feiner Restsüße ausgebaut.


Weißburgunder

Der Weißburgunder (Pinot Blanc) zeigt eine weiche Burgunderart mit dem Fruchtspiel von reifem Kernobst. Die »vornehme Dame« unter den Burgunderweißweinen besticht mit Eleganz und barocker Fülle, unterlegt mit saftiger Säurestruktur.


Auxerrois

Eine weiße Rebsorte, die zur Burgunderfamilie gehört. Sie ist eine natürliche Kreuzung von Pinot Noir und Gouais Blanc (Weißer Heunisch). Der Name stammt vermutlich aus Auxerre, Burgund. Der Wein zeigt sich körperreich und etwas cremiger als die Verwandten Weißburgunder und Grauburgunder, von dezenter Frucht, mit einer milden feinen Säurestruktur.


Sauvignon Blanc

(Muskat-Silvaner) Die international bekannte Bukett-Weißweinsorte. In Hagnau sind 1 ha. Reben im Anbau, Erkennungszeichen der Traube ist ihre Kleinbeerigkeit und das ganz besondere Aroma. Als Selektionen, mit geringem Ertrag gelesen, bringen sie Charakterweine mit Aromen von Paprika, Brennessel und Cassis. Ein Wein mit Statur begleitet von einer prägnanten Fruchtsäure.


Blauer Spätburgunder

Der Blaue Spätburgunder hat am Bodensee eine lange Tradition. Die Rebsorte fordert die besten Lagen und bringt gehaltvolle, samtige Burgunderrotweine mit tiefen Beeren- und Kirschdüften, begleitet von würzigen Noten. Die Weine zeigen sich ausdrucksvoll kräftig, mit strahlender Frucht und moderatem Gerbstoff.


Spätburgunder Weißherbst

Der Spätburgunder Weißherbst ist seit langem eine Spezialität am Bodensee. Aus der blauen Spätburgundertraube hell gekeltert, in der Farbe von bernsteinrot bis lachsrosé variierend, zeigt der Weißherbst eine feurige, herzhafte Art.


Spätburgunder Rosé

Der Spätburgunder Rosé, trocken ausgebaut, ist unser moderner, internationaler Weintyp als Gegenstück zum klassischen Spätburgunder Weißherbst. In der Farbe ein tiefes Rose, besticht er durch seine Fruchtigkeit und saftig-lebendige Art.


Regent

Regent ist eine pilzresistente Rebenneuzucht. Muttersorte = Diana (Silvaner x Müller-Thurgau)Vatersorte = Chambourcin. Sie zeigt sich von mediterranem Charakter, in der Farbe tiefes Violett-Schwarz, mit würzig- fruchtigem Aroma und einem saftigem, gerbstoffreichen Körper


Unsere Rotwein Cuvées

Eine Vermählung unserer Rotweinsorten aus dem Versuchsanbau: Cabernet Mitos, Cabernet Cortis sowie Cabernet Carol. Die Weine bestechen mit tiefpurpurner Farbe, ausgeprägter Frucht und festem Tannin.


Hagnauer Premium-Weine

Diese Weine gehören zu den erlesensten Gewächsen des Winzervereins Hagnau. Die Trauben stammen von unseren Selektionsanlagen: ältere Rebstände in den besten Lagen, Ertragsreduzierung und Traubenteilung auf rd. 45 hl/ha, sorgsame Lese in mehreren Reifestadien. Die Weine zeichnen sich aus durch reiche Frucht, Extrakt, Kraft und Dichte. Ausgewählte Weine vertiefen ihre Aromen und ihren Schmelz durch eine lange Reifezeit im kleinen Holzfass.


Eisweine

Weinraritäten, die getragen sind von intensiven Fruchtaromen, einer rassigen mineralischen Säure und einer edlen, hohen Süße. Die absolute Dichte und Konzentration des Weines erhält man durch das Lesen der Trauben bei mind. -8°C und das Pressen in gefrorenem Zustand.